Blutegeltherapie

Das Wort „Blutegeltherapie“ weckt in vielen von uns automatisch eine Abwehrhaltung. Gefühle wie Ekel und Abscheu stehen hier im Vordergrund. Seit Jahrtausenden ist jedoch die heilende Wirkung des Blutegels bekannt, erste Aufzeichnungen über seinen Einsatz stammen aus etwa 1500 v.Chr. . Gerade in der Tierheilkunde ist er aus den alternativen Therapiemethoden nicht mehr wegzudenken.

Der medizinische Blutegel, Hirudo medicinalis, gehört in seiner zoologischen Einteilung zum Stamm der Ringelwürmer. Mit seinen Saugnäpfen heftet er sich an seinen Patienten und beginnt dann, sich mit seinen mercedessternartig angeordneten Zahnreihen in die Haut zu sägen. Jede Kieferreihe hat etwa 80 ! kleine Zähnchen. Zwischen den Kieferreihen befinden sich kleine Ausleitungskanäle, aus denen seine einzigartige Wirkstoffmischung, die Saliva, austritt. Der bekannteste Wirkstoff der Saliva ist das Hirudin, dessen blutgerinnungshemmende Eigenschaft unter anderem dafür sorgt, dass der Egel ungehindert und schnell seine Blutmahlzeit beginnen kann. In der Saliva sind außerdem entzündungshemmende Enzyme, Histamine, andere blutgerinnungshemmende Enzyme, lymphstrombeschleunigende, schmerzstillende und antibiotikaähnliche Stoffe enthalten. Ein Wunderwerk der Natur mit medizinischen Eigenschaften, so könnte man den Blutegel vielleicht am besten bezeichnen.

Die Einsatzgebiete des Egels sind groß. Beim Hund sind es Diskopathien, Arthrose, Hüftgelenksdysplasie, Cauda Equina Syndrom, Spondylosen, OCD, zur Entgiftung bei verschiedenen Erkrankungen, so z.B auch bei Otitis oder manchen Hauterkrankungen, zur Arthrose-Prophylaxe nach OP´s am Bewegungsapparat oder, schlecht heilende Wunden oder zur Nachbehandlung von genähten Wunden. In der Pferdepraxis sind es z.B. folgende Indikationen: Spat, Hufrolle, Hufrehe, Sehnen- oder Schleimbeutelentzündung, Arthrose, usw……

Die Wirkung der Egeltherapie tritt meist unmittelbar auf und hat eine erstaunliche Langzeitwirkung. Sie bietet in vielen Fällen eine gute Alternative zu Schmerzmitteln, da sie für die inneren Organe wie Herz, Niere oder Leber nicht belastend ist.

Hinweis gemäß gesetzlicher Anforderung: Die von mir angewandten Heil- und Diagnoseverfahren sind zum Teil wissenschaftlich umstritten und/oder schulmedizinisch nicht anerkannt.